Reden am 12.11.2018 in Hattingen

Dirk Glaser

"30 Jahre AAV"

Verehrte Gäste!

Ein bedeutendes Ereignis für das Land NRW und seine Kommunen, aber natürlich auch für die Stadt Hattingen jährt sich zum 30. Mal und wird heute gebührend gefeiert: Die Gründung des AAV durch die Verabschiedung des gleichnamigen Gesetzes im Jahr 1988.

Neben vielen Normen zu Aufgaben und Strukturen in diesem Gesetz ist natürlich aus meiner Sicht Paragraf 1 Ziffer 3 besonders bedeutend und entscheidend dafür, dass ich Sie heute begrüßen darf: Sitz des AAV ist die Stadt Hattingen - gesetzlich verbrieft und wie ich hörte, besonders auch auf Unterstützung des damaligen Landtagsabgeordneten und späteren Landtagspräsidenten Uli Schmidt zustande gekommen - herzlichen Dank auch noch einmal von mir an dieser Stelle.

Die Stadt Hattingen, die durch die Stilllegung weiter Teile der Henrichshütte Ende der 1980er Jahre einen radikalen Einschnitt in ihre prägende Wirtschaftsstruktur erfuhr, sollte nach dem Willen der politisch Verantwortlichen und Entscheider zukünftig auf mehrere und zusätzliche Standbeine gestellt werden.

Teil dieser Strategie waren auch Planungen, Hattingen zu einem Umweltzentrum in Nordrhein-Westfalen zu entwickeln. Einige Bausteine dieser Entwicklung gibt es nicht mehr, z. B. das Haus der Umwelttechnik an der Bredenscheider Straße, in dem die Familie unseres aktuellen Landrates Olaf Schade ein Ingenieurbüro betrieb, Anderes, wie die geplante Bodenwaschanlage gab es glücklicherweise erst gar nicht, aber Wesentliches ist sehr erfolgreich "am Netz": das ursprünglich „Zentrum für Entsorgungstechnik und Kreislaufwirtschaft“ benannte Technologie- und Gründerzentrum Hattingen als Sitz der Geschäftsstelle des AAV und weiterer Umweltdienstleister.

Der AAV unterstützt als Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung seit nunmehr 30 Jahren die Wiedernutzbarmachung wertvoller Flächen und dient so einem uns alle verbindenden Ziel in bester Weise: dem
verantwortlichen Umgang mit der Ressource Boden und Naturraum.

Der AAV ist dabei aber eben kein rein ökologischer Treiber, sondern hilft als Koordinator, Projektträger, Berater und Moderator, neuen Entwicklungen für Wohnen und Gewerbe auf alten Flächen Raum zu geben.

Dabei ist die Erfolgsbilanz der bereits realisierten Projekte überaus beeindruckend und den meisten unter Ihnen bekannt, aber in einem kurzen Grußwort nicht abzubilden.

In der Rekultivierung altindustrieller Flächen - lassen Sie mich das sagen - hat Hattingen übrigens eine Vorreiterrolle, wenn auch ohne Beteiligung des AAV: aus dem rd. 140 ha großen ehemaligen Stahlwerksareal wurde ein viel beachteter, hochattraktiver Gewerbe- und Landschaftspark Henrichshütte.

EU, Bund und Land haben den Strukturwandel in Hattingen nachhaltig finanziell unterstützt. Heute kann man sehen und sagen: mit gutem Erfolg!

Aus dem Stahlstandort Hattingen entwickelten wir eine äußerst facettenreiche Stadt (mit einer landes- und vor allem ruhrgebietsweit beachtlichen Arbeitslosen-Quote von aktuell 5,7 %) eine Stadt, die es versteht, ihre naturräumliche Lage und baukulturelle Gunst in Attraktivität für Bürger und Unternehmen umzusetzen.

Ich hoffe, Sie sehen dem Bürgermeister der Stadt diesen kleinen Ausflug in die erfolgreiche Stadtentwicklung nach.

Stichwort Erfolg: Erfolg wünsche ich auch dem AAV, seinen Trägern und Akteuren für die - sagen wir - kommenden 30 Jahre im Dienste der flächen- und ressourcenschonenden Entwicklung unserer Städte und Siedlungsräume.

Herzlichen Glückwunsch und Gratulation zu Ihren vielfältigen Erfolgen, über die wir auch im Verlauf dieser heutigen Veranstaltung noch Vieles hören.

Besonders freue ich mich auch auf die Verleihung des NRW-Bodenschutzpreises 2018. Ich bin sicher, auch die diesjährigen Preisträger sind Beleg dafür, dass die Verbindung von Ökonomie und Ökologie keine naive Fiktion ist, sondern zukunftsweisende Maxime bleibt.

Glückauf!

Dirk Glaser
Bürgermeister der Stadt Hattingen