Aus- und Rückblicke

Dr. Michael Gass

Am Ende wird gebaggert

Erfahrungen mit Altlastensanierungen hat Dr. Michael Gass schon reichlich gesammelt – allerdings auf etwas andere Art als nun beim AAV. Im Auftrag eines Ingenieurbüros habe er jeweils mehr oder weniger große Teilaspekte einer Sanierung bearbeitet, im Durchschnitt war er dort nur rund drei Monate lang mit einem Projekt befasst. „Wer beim AAV ein Projekt übernimmt, betreut es in allen Aspekten von Anfang an. Und egal, wie lange es dauert: Beim AAV werden alle Projekte auch wirklich realisiert. Am Ende wird immer gebaggert.“

Wie um dafür den Beweis anzutreten, übernahm der 54-jährige die Altlastensanierung der früheren Kokerei Massen in Unna – das dritte Projekt, das im Jahr 2002 in den Maßnahmenplan des AAV aufgenommen wurde. „Besonders kompliziert daran ist die Vielzahl der unterschiedlichen Eigentümer, Vorbesitzer und Nutzer. Die Kokerei nutzte die Fläche als Klärbecken, so dass der Boden vor allem mit Teer belastet ist. Später erwarb die Bundeswehr das Gelände, danach siedelte sich hier ein Autoverwerter an. Aber nicht genug damit: Am Rand verläuft auch noch eine öffentliche Straße durch das Sanierungsgebiet. Wir haben inzwischen fünf öffentlich-rechtliche Verträge abgeschlossen, und das älteste bislang unerledigte Projekt geht jetzt in die Realisierung – es wird gebaggert.“

In Castrop-Rauxel, bei der Sanierung der Altdeponie Brandheide, hatte Dr. Gass andere Herausforderungen zu meistern: „Der Altstandort hat sich längst zu einer naturnahen Fläche und zu einem Naherholungsgebiet gewandelt. Viele Anwohner gehen hier mit ihren Hunden spazieren. Deswegen gibt es ein großes öffentliches Interesse an der Maßnahme und eine entsprechend rege Bürgerbeteiligung.“ Einen schweren Stand hatte er dabei keineswegs, denn der AAV wird nach der Sanierung die Fläche wieder aufforsten, er renaturiert einen Bach und befreit den Mühlenteich von belastetem Schlamm. „Die Wunschliste einiger Bürger war aber noch etwas länger. Es wurde zum Beispiel angeregt, im Zuge der Baumaßnahmen einen Umweltbildungsstandort, ein grünes Klassenzimmer, am Teich einzurichten. Dergleichen können wir natürlich nicht umsetzen, da wir mit den uns anvertrauten Mitteln sehr sorgfältig umgehen müssen. Das ließ sich aber in den Bürgergesprächen, die allesamt in angenehmer und entspannter Atmosphäre abliefen, sehr leicht vermitteln. Schließlich bringen wir vom AAV die Dinge wieder in Ordnung.“

Der Geologe Dr. Michael Gass wechselte 2015 von einem Ingenieurbüro zum AAV, vom Auftragnehmer zum Auftraggeber. Als damals dienstjüngster Projektleiter übernahm er das älteste Altlastensanierungsprojekt des AAV.