Aus- und Rückblicke

Lina Schleiden

Neuer Wohnraum in den Städten

„Das Thema Altlasten fand ich schon immer spannend und in meinem Fach am interessantesten. Also habe ich mich 2017 auf die ausgeschriebene Stelle hin beim AAV beworben.“ Darauf betreute sie ein Jahr lang das Sonder-Förderprogramm „Brachflächenmobilisierung für dauerhaften Wohnraum“, mit dessen Durchführung das Land NRW den AAV beauftragt hat. Mit diesem Programm verfolgt die Landesregierung vor allem das Ziel, den Mangel an bezahlbarem Wohnraum zu lindern und leistet zugleich einen Beitrag zur Reduzierung des Flächenverbrauchs.

Für den AAV hat das Programm den willkommenen Nebeneffekt, dass er mit zahlreichen Kommunen erneut und teilweise auch erstmals ins Gespräch kommt. „Es gab viele unterschiedliche Anfragen. In einigen Kommunen, die offenbar noch nie Bedarf an unseren gesetzlichen Aufgaben hatten, war den Verantwortlichen gar nicht bewusst, dass sie Pflichtmitglieder des AAV sind. Da musste ich dann von Anfang an erklären, wer wir sind und was wir tun. Es kamen aber vor allem Rückfragen zu den Kriterien des Sonder-Förderprogramms und bereits recht früh auch einige detaillierte Projektanträge.“

Die ersten Projekte sind bereits jetzt in der Umsetzung oder sogar schon abgeschlossen. Dass die Bearbeitung und Abwicklung schneller erfolgt als bei anderen AAV-Projekten, liegt schlicht daran, dass die Kriterien des Programms auch Maßnahmen ermöglichen, die ansonsten nicht in die Zuständigkeit des AAV fallen würden. „Auf den meisten Flächen genügt bereits ein Rückbau alter Gebäude und ein vergleichsweise kleinflächiger Bodenaustausch in geringer Tiefe, um eine neue Nutzung zu ermöglichen. In Bergneustadt zum Beispiel müssen wir lediglich das frühere Obdachlosenheim abbrechen und dekontaminieren. Wir führen noch ergänzende Untersuchungen durch, aber offenbar ist der Boden nicht belastet. Das bislang aufwändigste Projekt ist die Fläche eines ehemaligen Zinkwalzwerks in Eschweiler. Da sind noch Fundamente und weitere Gebäudeteile im Boden. Neben der Tiefenenttrümmerung müssen wir dort auch einen Bodenaustausch vornehmen, da sich zum Teil hohe Konzentrationen von Zink und Blei fanden.“

Das Förderprogramm bleibt zwar zeitlich befristet, allerdings hat die Landesregierung den Projektzeitraum bis 2021 verlängert. Eine Nachfolgerin für Lina Schleiden, die seit 1. September 2018 als Projektleiterin im technischen Bereich fest angestellt ist, wurde bereits gefunden.

Die Geowissenschaftlerin Lina Schleiden fing 2017 als eine der Verantwortlichen für das Sonder-Förderprogramm Brachflächenmobilisierung für dauerhaften Wohnraum beim AAV an. Sie brachte eine Vielzahl vergleichsweise kleiner Projekte auf den Weg.